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tetrateam newsletter 4.2014

 

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newsletter 6-2013

 

Impact Investment: Agroecological begleitet Landwirtschaftsbetriebe in Neuseeland bei der Umstellung auf Öko-Standard

 

Das neuseeländische Unternehmen Agroecological fokussiert auf die Umstellung von neuseeländischen Farmbetrieben auf Biolandwirtschaft, insbesondere im Bereich Milchviehhaltung. Die Initiatoren verfügen über langjährige Erfahrungen in der Bewertung von Landwirtschaftsbetrieben, Begleitung im Zertifizierungsprozess sowie im Investment Management.

 

Neuseeland als Investitionsstandort verfügt über ein hervorragendes Investment Grade Rating. Die Landwirtschaft profitiert von exzellenten geoökologischen Bedingungen und klimatischen Standortvorteilen, die eine ganzjährige Weidehaltung bei außergewöhnlicher Produktivität und geringem konventionellen Energieeinsatz ermöglichen.

 

Anders als in der EU kommt die neuseeländische Agrarproduktion ohne staatliche Subventionen aus. Die Vertriebsgenossenschaft Fonterra garantiert jedoch über mehrere Jahre Sonderprämien für Milch aus Biobetrieben. Der ökologische Sektor hat sich in den vergangenen Jahren unabhängig von der Finanzkrise mit 8-12% Wachstum entwickelt. Insbesondere China stellt einen dynamischen Exportmarkt für ökologische Lebensmittel dar.

 

Bei der Investition in die Konversion von konventionellen Betrieben handelt es sich um Impact Investment in Reinform, da das Thema Nachhaltigkeit nicht nur indirekt durch die Formulierung von Anlagekriterien angesprochen wird sondern die Geldanlage unmittelbar zur nachhaltigen Verbesserung der Primärproduktion beiträgt. Eine Geldanlage im Landwirtschaftlichen Bereich ist darüber hinaus deshalb interessant, weil der Bereich nur unwesentlich mit anderen Anlageklassen korreliert.

 

Agroecological arbeitet zur Zeit vorwiegend mit institutionellen Investoren und professionellen Anlegern zusammen, was relativ hohe Mindesteinlagen von 500.000 NZD (ca. 300 T €) für Direktinvestments bzw. 5 Mio NZD im Rahmen eines breit gestreuten Investmentportfolios bedingt. Für die aktuelle Übernahme einer Milchfarm mit 280 ha Fläche auf der Nordinsel Neuseelands sind noch drei Tranchen bis 4. Oktober verfügbar. Die Anlagerendite (IRR) wird mit 12% angegeben. Wir bemühen uns, über die Kooperation mit Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften mittelfristig Anlagemöglichkeiten für Privatanleger zu entwickeln.

 

newsletter 5.2013

 

Schnellschüsse bringen uns nicht weiter

 

ECOreporter hat Nachhaltigkeitssiegel für den Finanzsektor entwickelt – leider nicht besonders gründlich

 

Selbst für viele Fachleute überraschend hat Jörg Weber von der ECOreporter.de AG quasi im Alleingang Qualitätssiegel für nachhaltige Finanzprodukte, Banken und Anlageberatung der Öffentlichkeit vorgestellt. Leider hat der Träger eines anerkannten Informationsportals, das über ein verbundenes Unternehmen auch Fortbildungskurse für Anlageberater anbietet in vielen Punkten nicht sehr gründlich gearbeitet. Lediglich für den Bankenbereich lassen die strengen Prüfkriterien nicht viel zu wünschen übrig. Die Kriterien für Anlageprodukte müssen dringend auf den Prüfstand. Ein zentrales Kriterium für den Bereich Nachhaltige Anlageberatung muss sogar als schlichtweg willkürlich und diskriminierend bezeichnet werden.

 

Als am 27.08.2013 in Frankfurt drei Banken, ein Produktanbieter und eine bundesweit tätige Organisation für nachhaltige Anlageberatung in Frankfurt mit dem ECOreporter-Siegel geehrt wurden, war das für die Betroffenen sicherlich ein schönes Ereignis. Mit großem Interesse griffen Medien wie die Wirtschafts-woche und das Deutsche Anleger Fernsehen das Thema auf und auch vom grünen Bundestags-abgeordneten Gerhard Schick wurden die Siegel als großer Schritt vorwärts bezeichnet, weil sie angeblich zu mehr Transparenz und zur Förderung bewusster Anlageentscheidungen beitragen. Richtig ist, dass mit dem schnell wachsenden Angebot an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten eine verlässliche Qualitätsprüfung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Aus unserer Sicht bringen Siegel-Schnellschüsse das Anliegen eines nachhaltigen Wandels im Finanzsektor jedoch nicht weiter. Unter anderem beschäftigt sich auch das Forum Nachhaltige Geldanlagen seit vielen Monaten mit der Konzeption eines Siegels für nachhaltige Geldanlagen. Anstatt sich in diese offene Diskussion einzubringen und auch Verbraucherschutzverbände einzubinden hat sich ECOreporter ohne die erkennbare Expertise selbst als Ratinginstanz in Szene gesetzt.

 

Transparenz wo keine benötigt wird

 

Doch fangen wir bei den positiven Aspekten an: Im Bankensektor qualifizieren sich nur diejenigen, die nachweisen können, dass sie auch im Kerngeschäft strengen Nachhaltigkeitskriterien folgen und nicht nur einige „Feigenblattprodukte“ anbieten. Dabei wird auch in die Bücher geschaut, die Kreditvergabe ebenso wie Eigenhandel und Produktvertrieb unter die Lupe genommen. Das ist wichtig, denn Anleger wollen wissen, was mit dem Geld passiert, was sie der Bank anvertrauen. Allerdings: Die wenigen Banken, welche die Kriterien erfüllen sind in der Regel bereits über Kampagnen wie die „Krötenwanderung“ bekannt. Neue Anbieter sind nicht in Sicht. Das Siegel trägt kaum zu mehr Transparenz bei.

 

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

 

Ganz anders sieht es im Bereich der Anlageprodukte aus. Allein bei den relativ streng regulierten offenen Investmentfondsprodukten gab es in den vergangenen Jahren Hunderte von Neuemissionen. Hinzu kommen Einzelanleihen, Genussrechte, Kommanditbeteiligungen usw. Hier tut Orientierung dringend Not. Die Kriterien der Siegelvergabe sehen vor, dass Anbieter selbst und auch deren Produkte über-wiegend nachhaltig ausgerichtet sein müssen. Dazu hat ECOreporter durchaus sinnvolle Mindestkriterien formuliert, wie sie unter anderem aus Bewertungen von Ökotest und Finanztest bekannt sind. Zusätzlich soll die Anwendung der Kriterien auch überprüft werden. Ein hoher Anspruch, den ECOreporter mangels erforderlicher Ratingkompetenz wohl nur sehr selektiv wird umsetzen können. Das dürfte auf Nischenprodukte hinauslaufen, die nur diejenigen ansprechen, die in der Regel ohnehin schon gut informiert sind. Transparenz in Bezug auf den Gesamtmarkt wird dadurch nicht gefördert und eine Ausweitung nachhaltiger Investments wohl eher auch nicht.

Anders als Bankeinlagen sind Fonds Sondervermögen mit eigenem Management und klar definierten Anlagekriterien. Der Ausschluss eines Fonds, der strengen Nachhaltigkeitskriterien folgt, nur weil das Emissionshaus nicht komplett alle Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, ist aus unserer Sicht auch aus diesem Grund kontraproduktiv.

Andererseits werden von ECOreporter bei Kriterien wie Atomkraft und Rüstung relativ großzügige Toleranzschwellen akzeptiert. Ausschluss industrieller Tierhaltung, Raubbau, Verwicklung in Umweltkatastrophen oder Produktion von besonders umstrittenen bzw. schädlichen Chemikalien werden von Verbraucherseite ebenfalls häufig angesprochen - diese  Kriterien sucht man bei ECOreporter vergebens. Die angebliche Strenge der Produktauswahl wird also gar nicht konsistent verfolgt. Anteile an Firmen wie BP oder Ko-Produzenten von Streubomben oder anderen geächteten Waffensystemen lassen sich unter bestimmten Umständen auch unter dem Schutz des Siegels verkaufen - zumindest solange die Toleranzschwelle nicht erreicht wird.

Unterschiedlichen Selektionsstrategien von Fonds, die beispielsweise eher über positive Selektion von Nachhaltigkeitspionieren oder durch Unternehmensdialoge und Einmischung in Aktionärsversammlungen („Shareholder advocacy“) wirken wird gar keine Rechnung getragen. Größtes Problem stellt allerdings dar, dass viel zu viele unterschiedliche Finanzprodukte über einen Bewertungskamm geschoren werden, von Aktien und Darlehen über Einlageprodukte bis zu Genossenschaftsanteilen und offenen Fonds soll alles siegelfähig sein. Hier wird deutlich, dass es nicht vorrangig um Orientierung in einem unübersichtlichen Markt, sondern eher um Produktmarketing für handverlesene Anbieter geht, denn diese Bandbreite kann Ecoreporter mit seinen Kapazitäten gar nicht systematisch abdecken.

 

Beim Thema Anlageberatung herrscht Willkür

 

Noch haarsträubender ist allerdings ein Kriterium für das Qualitätssiegel im Bereich Anlageberatung, dabei wäre eine Orientierungshilfe hier sicherlich ebenfalls hilfreich, denn viele Anlegerinnen und Anleger wollen mit ihrem Geld ohne den Umweg über eine Bank nachhaltig umgehen und/oder finden in ihrer Nähe keine qualifizierte persönliche  Beratung durch eine „grüne Bank“.  

Das Siegel setzt nun voraus, dass nur solche Organisationen ein Siegel bekommen können, für die mindestens 8 Beratungskräfte arbeiten. Das ist nicht nur pure Willkür sondern diskriminiert systematisch Hunderte freier Beratungskräfte, die es gewohnt sind in Netzwerken zu arbeiten, anstatt für Banken, Strukturvertriebe oder als Vertreter ähnlicher Unternehmen mit eigenen Vertriebsinteressen. Es hat auch ganz und gar nichts mit Kompetenz in Sachen nachhaltige Anlageberatung zu tun. Viele dieser Berater/innen, die beispielsweise im Netzwerk Ökofinanz 21 zusammengeschlossen sind oder im Forum Nachhaltige Geldanlagen mitwirken arbeiten schon jahrelang im nachhaltigen Anlagesektor und haben systematisch zur qualitativen Weiterentwicklung der Produkttransparenz beigetragen.

 

Fazit

 

Weitere Fortschritte sind wohl kaum über unausgegorene Siegel, sondern eher dadurch zu erwarten, dass die beispielsweise vom Rat für Nachhaltige Entwicklung geforderte Nachhaltigkeitsberichterstattung zumindest für börsennotierte Unternehmen verpflichtend wird. Innerhalb der der EU widersetzt sich alleine Deutschland bislang dieser Forderung. Durch das ECOreporter-Siegelunwesen ist dagegen weder der nachhaltigen Entwicklung im Finanzsektor noch dem Verbraucherschutz gedient.

 

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Streit um die Reserven

Seit einigen Wochen liefern sich Parteien und Interessensverbände einen medial ausgefochtenen Streit um den Umgang mit Bewertungsreserven der Lebensversicherungen. Anlass war ein vergangenen Dezember im Bundestag verabschiedetes Gesetz mit dem die Beteiligung der Versicherten zurückgefahren werden sollte. Rekordgewinne der Gesellschaften einerseits, engagierte Verteidigung von Auszahlungsansprüchen der Versicherten andererseits scheinen zunächst auf einen klar definierbaren Interessenskonflikt hinzudeuten. Tatsächlich kann die Verteidigung des Status quo der Mehrheit der Versicherten jedoch mehr schaden als nutzen. Alle Seiten müssen sich im Interesse des Verbraucherschutzes bewegen.

Tatsächlich sind die Bewertungsreserven der Lebensversicherung gegenüber den in ihren Bilanzen ausgewiesenen „Einkaufskosten“ diverser Kapitalanlagen über Jahrzehnte angewachsen, ohne dass Versicherte angemessen daran beteiligt wurden. Deshalb mahnten Gerichte eine Änderung der Praxis an und das führte 2008 zu einer Gesetzesänderung, nach der die Versicherten mindestens zur Hälfte an den ihnen zurechenbaren Bewertungsreserven bei Ablauf des Versicherungsvertrages zu beteiligen sind. Die Qualität der Bewertungsreserven wurde dabei nicht weiter differenziert.

Die mit der Finanzkrise zusammenhängende aktuelle Niedrigzinsphase, die uns aller Wahrscheinlichkeit nach weitere Jahre begleiten wird kann nun allerdings zu einem großen Problem für Lebensversicherer werden. Der Grund liegt darin, dass in früheren Jahrzehnten hohe laufende Garantieverzinsungen in den Lebensversicherungsverträgen vereinbart wurden. Die gegebenen Langzeitgarantien sind über die Kapitalanlage derzeit nicht zu erwirtschaften. Nur durch entsprechende Reserven können die versprochenen Leistungen langfristig erfüllt und schwierige Jahre überbrückt werden.

Ein Großteil der Kapitalanlagen von Lebensversicherungen erfolgt zudem in festverzinsliche Schuldtitel. Die hochverzinslichen Wertpapiere früherer Jahre gewinnen an der Börse bei sinkendem Zinsumfeld deutlich  gegenüber dem Nominalwert. Der dadurch entstehende „Buchgewinn“ könnte allerdings nur durch Verkauf realisiert werden, was aber gar nicht im Interesse der Versicherten ist, weil die meisten viel mehr davon haben, wenn weiterhin kontinuierlich Erträge aus den alten Anlagen fließen. Neue festverzinsliche Geldanlagen bringen ja deutlich schlechtere Erträge.

Wird wegen des Anspruchs auf Beteiligung an den Reserven ein vorzeitiger Verkauf von Wertpapieren (mit hohen Ausschüttungen) nötig, so schadet dies allen Versicherten, die nicht gerade jetzt ihren Vertrag beenden. Die Verteidigung der Beteiligung an den Bewertungsreserven festverzinslicher Wertpapiere ist damit alles andere als Verbraucherschutz. Die Beteiligung der Versicherten sollte sich auf Bewertungsreserven beschränken, die sich aus anderen Anlagen entwickelt haben und auch hier ist zu berücksichtigen, dass Reserven benötigt werden, um größerer Krisen zu überbrücken, die nicht in jeder Versichertengeneration eintreten. Grundsätzlich ist ein starker Puffer an Rückstellungen und Bewertungsreserven ja auch ein Maß für die Solidität von Lebensversicherungsunternehmen.

Allerdings müssen sich auch die Versicherungsgesellschaften Kritik gefallen lassen. Versicherungsbedingungen und Kostenstrukturen sind nach wie vor oftmals intransparent und wenig kundenfreundlich. Berechtigte Interessen der Kunden mussten oft gegen erheblichen Widerstand der Gesellschaften in langwierigen Gerichtsverfahren durchgesetzt werden. Insofern haben die Versicherungen zu dem großen Misstrauen, das ihnen nun entgegenschlägt selbst beigetragen. Deshalb müssen alle Seiten sich hier bewegen.

Einstweilen können Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch auch etwas für ihren Selbstschutz tun, indem sie sich informieren, welche Lebensversicherungsgesellschaften starke Reserven aufgebaut haben und die Versicherten gleichzeitig in einem hohen Maße an den Gewinnen beteiligen, die sowohl aus der Kapitalanlage als auch aus vorsichtiger Kosten- und Risikokalkulation herrühren können. Faire Beratungsfachkräfte beschränken sich nicht auf die Präsentation von tabellarischen Vergleichs-berechnungen, sondern klären auch über solche Aspekte auf und weisen darauf hin, in wiefern die Gesellschaften ökologische und soziale Aspekte der Geldanlage berücksichtigen.

 

Nettoverzinsung, RfB-Quote, Bewertungsreserven... kaum jemand versteht, auf welcher Basis die Ratings verschiedener Rentenversicherungen zustande kommen. Aber wer will sich schon auf eine Blackbox verlassen - und wie kommt es, dass die Ratings zwar oft auf ähnlichen Kennzahlen basieren, aber zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen?

 

In unserem Artikel "Kennzahlen verstehen" haben wir die wichtigsten Kennzahlen verständlich dargestellt, auf die wir bei unserer Bewertung der Gesellschaften zurückgreifen und wie wir einzelne Kennzahlen gewichten.

 

Weil es individuelle Unterschiede in der Gewichtung von Kriterien der Unternehmensbewertung geben kann, fließt die Gewichtung der Mandantinnen und Mandanten in die abschließende Bewertung ein, auf die sich unsere Empfehlungen beziehen. Die Rangfolge der individuellen Empfehlungen kann deshalb unterschiedlich sein, oder anders gesagt: Der Versicherungsmantel, der in einem Fall passt - entspricht in einem anderen Fall nicht dem persönlichen Bedarf.

 

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